Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, fuhr ich mit dem Roller zuerst zur Tankstelle und danach zum Teemarkt. Dort hab ich mir 4 Thaitees ausgesucht, die ich aber nach Deutschland schicken werde. Wer also irgendetwas aus Thailand braucht, sollte mir am besten schnellstmöglich bescheid sagen, damit ich alles in einem Päckchen verschicken kann. Ob Führerschein, Tee oder Kleider. Ich kann hier alles besorgen. Auf dem Teemarkt hab ich auch zum ersten Mal essbare Insekten gesehn. Marden oder Mehlwürmer oder sowas. Ein Mann hat mich auch gefragt ob ich nicht probieren wolle. Zuerst hab ich wirklich mit dem Gedanken gespielt mal reinzubeisen. Als ich dann aber das Geräusch hörte, dass die Würmer beim Kauen verursachen, hab ich dann aber doch dankend abgelehnt. Es hört sich nämlich ganz genau wie Chips an. Und was wäre, wenn mir die Würmer nicht schmecken würden? Ich könnte nie wieder in meinem Leben Chips essen ohne an die Mehlwürmer denken zu müssen. Was für eine Tragödie...
Danach wollte ich nochmal zu den Bergdörfern. Aber nicht zu den Akhas, die waren mir dann doch zu seltsam. Ich wollte zu den Kindern. Hab auch auf Anhieb den richtigen Weg gefunden. Oben, wo der Weg noch geteert war, ließ ich mein Roller stehn und lief den holprigen Pfad runter. Das ist auch bestimmt besser angekommen. Ein Wanderer macht doch einen besseren Eindruck als ein Rollergangster. Es waren zuerst nicht viele Kinder da. Nur zwei erwachsene Frauen und ein Mädchen, dass scheinbar eine Behinderung hatte. Es spülte gerade das Geschirr. Ich fragte wieder, so gut es eben ging, ob ich mich ein wenig umsehen durfte. Die beiden Frauen waren einverstanden und hatten auch nichts dagegen, dass ich ein paar Fotos von den Hühnern uns Katzen machte. Als das erste Eis mal etwas gebrochen war, kamen auch allmählich mehr Kinder aus den Hütten. Die kleine Schlüsselanhängertaschenlampe und der Schutzengel von Clara, der leider nicht mehr als Schlüsselanhänger zu gebrauchen ist, waren die einzigsten Dinger, ich ich dabei hatte, wo ich nicht brauchte und verschenken konnte. Ich gab also einem Jungen die kleine Taschenlampe und einem Mädchen den Schutzengel. Ich zeigte beiden wie man die Dinge benützt. Über die Taschenlampe hat sich der Junge sehr gefreut, aber das Mädchen wusste nicht recht was sie mit dem Schutzengel anfangen sollte. Ich improvisierte also. Ich zeigte ihr mein Amulett und eine der Frauen begriff, dass die den Engel als Halskette tragen konnte. Dann hat sie sich auch sehr gefreut und ihren Geschwistern oder ihren Freunden das Stück Metall gezeigt. Im Gegenzug erhielt ich eine Frucht. Die Menschen zeigten mir wie ich sie essen sollte. Keine Ahnung was das für eine Frucht war. Die Schale war hellgrün und weich. Der innere Teil hat mich an eine Feige erinnert, nur dass das Innere eben rosa ist. Hat echt lecker geschmeckt. Ich hab mich herzlich dafür bedankt und konnt dann auch ein paar Fotos schießen. Wie gestern schon freuten sich die Kinder und lachten als sie sich auf der Kamera wiedererkannten. Aber das kleine Video, das ich von zwei Jungs macht, die mit Murmeln spielten, hat die Kinder und die Frauen glaub ich wirklich begeistert. Es war ein wunderbares Erlebnis für mich. Menschen zu sehen, die sich an einer Motte erfreuen. Ein kleiner Junge kam nämlich irgendwann an und zeigte mir voller Begeisterung seine Errungenschaft. Eine Motte oder ein rießiger Schmetterling. Jedenfalls war das Insekt jetzt sein neues Spielzeug. Wahnsinn wie glücklich man sein kann. Ich wünschte mir, es gäbee mehr Menschen auf der Welt die eine solche glückliche Aura ausstrahlen. Ich hatte auch kein bisschen Mitleid mit den Menschen, wie: die müssen ja in regnerischen Nächten frieren oder die haben nichts zum Essen oder so. Nein. Diese Menschen kennen die Werte, die unser europäisches Leben bestimmen einfach nicht. Für die ist Besitztum und Macht nicht das, nachdem sie streben. Das einfache leben oder überleben zeichnet sie aus.
Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Menschen begenet bin. Denn genau deshalb will ich die Welt sehen. Ich weiß, dass ich die Welt nicht ändern kann, ich bin ja nicht Robin Hood. Aber ich will sie verstehen. Und ich glaub, ich hab einen wesentlichen Teil dazugelernt. Nämlich: sei glücklich mit dem was du hast. Sei glücklich darüber, dass du atmen kannst und am leben bist. Nicht die Schnäppchen, die man bei H&M ergattert oder die Glitzerpumps machen glücklich. Es sind andere Dinge...
Hört sich bestimmt voll geschwollen an, aber ich glaub, man kann sowas nur verstehen, wenn man es selbst Erlebt hat...
Irgendwann musste ich mich dann aber doch verabschieden. Auf dem Rückweg nach Chiang Rai schnallte ich mir meine Kamera auf den Buckel und hielt hier und da mal an um ein paar Bilder zu machen. Letztendlich sind sie aber nicht mal halb so gut geworden, wie in der Realität. Man erkennt eigentlich gar nicht wie bezaubernd diese Gegend ist.
Nach einem erneuten Ananassnack, kam ich relativ schnell in Chiang Rai an. Aber nicht nur ich, sondern auch dicke Regenwolken. Es schüttete wie aus Eimern. Zum Glück hatte mir Elena ein Regenponcho mitgegeben , so dass zwar meine Kleider etwas nass wurden, aber mein Rucksack trocken blieb. Ich bin auch ganz todesmutig weiter gefahren und hab nicht am Straßenrand gewartet bis der Schauer vorrüber war. Zugegeben, es ist wirklich schwer im Regen Roller zu fahren. Die dicken fetten Tropfen tun sogar richtg weh, wenn sie dir voll auf die Nase und in die Augen schießen. Und dazu kommt noch, dass man ja in Thailand auf der linken Seite fährt. Hab ich glaub ich noch nicht erzählt. Mit dem Linksverkehr komm ich aber doch ganz gut zurecht. Schließlich hab ich auf der Isle of Man ja gelernt wie man linksherum in den Kreisel fährt. Brauch ich hier aber nicht. Es gibt zwar Kreisel, aber die korrekte Benutzung dieser Verkehrsanlagen wird genauso ignoriert wie rote Ampeln. Man fährt einfach mit dem Strom mit.
Und ratet mal, wo mich dieser Strom hingetrieben hat. Richtig, ins Café Huber. Hab mir dort wieder meine tägliche Portion Eistee gegönnt und auch das Internet benutzt. Dieses mal wollte die Bedienung aber, dass ich für das Internet zahle. Ich hab ihr dann versucht klar zu machen, dass ich die letzten drei Tage auch nix zahlen musste und deshalb heute auch nichts zahlen werde. Hab ich dann auch nicht. Ich bin auf gar keine Diskussion mit denen eingegangen und Trinkgeld gabs diesesmal auch nicht. Tzz, was die sich einbilden. Ich hab jetzt auch eine etwas rassistische Vermutung, warum jeder Tisch eine eigene Bedienung hat. Die können sich keine drei Dinger merken und registrieren nicht, wenn ein total auffälliger Touri drei Tage hintereinander kommt und immer das gleiche bestellt. :)
Auf dem Markt, wo ich noch Tomaten und eine Drachenfrucht kaufen wollte, wollte heute auch keiner auf meine Verhandlungen eingehen. Deshalb blieb die Drachenfrucht also wo sie war und ich nahm nur Tomaten mit, die ich mir auch gleich lecker herrichtete. Der Familienvater, Max, ist übrigens total begeistert von meinem großen Objektiv. Er hat auch eine Lumix, ich glaub das Vorgängermodel von meiner Kamera. Er hat sogar gefragt ob er mir das große Objektiv abkaufen könnte. Als ich ihm aber den Preis zeigte, den man im Panasonicshop dafür zahlt, war er nicht mehr so angetan. Klar, bekommt man ja auch bei Amazon oder der gleichen wesentlich günstiger. Zum Abschluss des Tages hab ich mit Lea noch Flieger gespielt und wir haben uns eine Nudelsuppe geteilt. Es ist herrlich, wie kleine Kinder lange Spagettinudeln essen. Zwar eine rießen Sauerei, aber es macht Spaß. Und Spagettiessen muss Spaß machen ;)
Danach wollte ich nochmal zu den Bergdörfern. Aber nicht zu den Akhas, die waren mir dann doch zu seltsam. Ich wollte zu den Kindern. Hab auch auf Anhieb den richtigen Weg gefunden. Oben, wo der Weg noch geteert war, ließ ich mein Roller stehn und lief den holprigen Pfad runter. Das ist auch bestimmt besser angekommen. Ein Wanderer macht doch einen besseren Eindruck als ein Rollergangster. Es waren zuerst nicht viele Kinder da. Nur zwei erwachsene Frauen und ein Mädchen, dass scheinbar eine Behinderung hatte. Es spülte gerade das Geschirr. Ich fragte wieder, so gut es eben ging, ob ich mich ein wenig umsehen durfte. Die beiden Frauen waren einverstanden und hatten auch nichts dagegen, dass ich ein paar Fotos von den Hühnern uns Katzen machte. Als das erste Eis mal etwas gebrochen war, kamen auch allmählich mehr Kinder aus den Hütten. Die kleine Schlüsselanhängertaschenlampe und der Schutzengel von Clara, der leider nicht mehr als Schlüsselanhänger zu gebrauchen ist, waren die einzigsten Dinger, ich ich dabei hatte, wo ich nicht brauchte und verschenken konnte. Ich gab also einem Jungen die kleine Taschenlampe und einem Mädchen den Schutzengel. Ich zeigte beiden wie man die Dinge benützt. Über die Taschenlampe hat sich der Junge sehr gefreut, aber das Mädchen wusste nicht recht was sie mit dem Schutzengel anfangen sollte. Ich improvisierte also. Ich zeigte ihr mein Amulett und eine der Frauen begriff, dass die den Engel als Halskette tragen konnte. Dann hat sie sich auch sehr gefreut und ihren Geschwistern oder ihren Freunden das Stück Metall gezeigt. Im Gegenzug erhielt ich eine Frucht. Die Menschen zeigten mir wie ich sie essen sollte. Keine Ahnung was das für eine Frucht war. Die Schale war hellgrün und weich. Der innere Teil hat mich an eine Feige erinnert, nur dass das Innere eben rosa ist. Hat echt lecker geschmeckt. Ich hab mich herzlich dafür bedankt und konnt dann auch ein paar Fotos schießen. Wie gestern schon freuten sich die Kinder und lachten als sie sich auf der Kamera wiedererkannten. Aber das kleine Video, das ich von zwei Jungs macht, die mit Murmeln spielten, hat die Kinder und die Frauen glaub ich wirklich begeistert. Es war ein wunderbares Erlebnis für mich. Menschen zu sehen, die sich an einer Motte erfreuen. Ein kleiner Junge kam nämlich irgendwann an und zeigte mir voller Begeisterung seine Errungenschaft. Eine Motte oder ein rießiger Schmetterling. Jedenfalls war das Insekt jetzt sein neues Spielzeug. Wahnsinn wie glücklich man sein kann. Ich wünschte mir, es gäbee mehr Menschen auf der Welt die eine solche glückliche Aura ausstrahlen. Ich hatte auch kein bisschen Mitleid mit den Menschen, wie: die müssen ja in regnerischen Nächten frieren oder die haben nichts zum Essen oder so. Nein. Diese Menschen kennen die Werte, die unser europäisches Leben bestimmen einfach nicht. Für die ist Besitztum und Macht nicht das, nachdem sie streben. Das einfache leben oder überleben zeichnet sie aus.
Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Menschen begenet bin. Denn genau deshalb will ich die Welt sehen. Ich weiß, dass ich die Welt nicht ändern kann, ich bin ja nicht Robin Hood. Aber ich will sie verstehen. Und ich glaub, ich hab einen wesentlichen Teil dazugelernt. Nämlich: sei glücklich mit dem was du hast. Sei glücklich darüber, dass du atmen kannst und am leben bist. Nicht die Schnäppchen, die man bei H&M ergattert oder die Glitzerpumps machen glücklich. Es sind andere Dinge...
Hört sich bestimmt voll geschwollen an, aber ich glaub, man kann sowas nur verstehen, wenn man es selbst Erlebt hat...
Irgendwann musste ich mich dann aber doch verabschieden. Auf dem Rückweg nach Chiang Rai schnallte ich mir meine Kamera auf den Buckel und hielt hier und da mal an um ein paar Bilder zu machen. Letztendlich sind sie aber nicht mal halb so gut geworden, wie in der Realität. Man erkennt eigentlich gar nicht wie bezaubernd diese Gegend ist.
Nach einem erneuten Ananassnack, kam ich relativ schnell in Chiang Rai an. Aber nicht nur ich, sondern auch dicke Regenwolken. Es schüttete wie aus Eimern. Zum Glück hatte mir Elena ein Regenponcho mitgegeben , so dass zwar meine Kleider etwas nass wurden, aber mein Rucksack trocken blieb. Ich bin auch ganz todesmutig weiter gefahren und hab nicht am Straßenrand gewartet bis der Schauer vorrüber war. Zugegeben, es ist wirklich schwer im Regen Roller zu fahren. Die dicken fetten Tropfen tun sogar richtg weh, wenn sie dir voll auf die Nase und in die Augen schießen. Und dazu kommt noch, dass man ja in Thailand auf der linken Seite fährt. Hab ich glaub ich noch nicht erzählt. Mit dem Linksverkehr komm ich aber doch ganz gut zurecht. Schließlich hab ich auf der Isle of Man ja gelernt wie man linksherum in den Kreisel fährt. Brauch ich hier aber nicht. Es gibt zwar Kreisel, aber die korrekte Benutzung dieser Verkehrsanlagen wird genauso ignoriert wie rote Ampeln. Man fährt einfach mit dem Strom mit.
Und ratet mal, wo mich dieser Strom hingetrieben hat. Richtig, ins Café Huber. Hab mir dort wieder meine tägliche Portion Eistee gegönnt und auch das Internet benutzt. Dieses mal wollte die Bedienung aber, dass ich für das Internet zahle. Ich hab ihr dann versucht klar zu machen, dass ich die letzten drei Tage auch nix zahlen musste und deshalb heute auch nichts zahlen werde. Hab ich dann auch nicht. Ich bin auf gar keine Diskussion mit denen eingegangen und Trinkgeld gabs diesesmal auch nicht. Tzz, was die sich einbilden. Ich hab jetzt auch eine etwas rassistische Vermutung, warum jeder Tisch eine eigene Bedienung hat. Die können sich keine drei Dinger merken und registrieren nicht, wenn ein total auffälliger Touri drei Tage hintereinander kommt und immer das gleiche bestellt. :)
Auf dem Markt, wo ich noch Tomaten und eine Drachenfrucht kaufen wollte, wollte heute auch keiner auf meine Verhandlungen eingehen. Deshalb blieb die Drachenfrucht also wo sie war und ich nahm nur Tomaten mit, die ich mir auch gleich lecker herrichtete. Der Familienvater, Max, ist übrigens total begeistert von meinem großen Objektiv. Er hat auch eine Lumix, ich glaub das Vorgängermodel von meiner Kamera. Er hat sogar gefragt ob er mir das große Objektiv abkaufen könnte. Als ich ihm aber den Preis zeigte, den man im Panasonicshop dafür zahlt, war er nicht mehr so angetan. Klar, bekommt man ja auch bei Amazon oder der gleichen wesentlich günstiger. Zum Abschluss des Tages hab ich mit Lea noch Flieger gespielt und wir haben uns eine Nudelsuppe geteilt. Es ist herrlich, wie kleine Kinder lange Spagettinudeln essen. Zwar eine rießen Sauerei, aber es macht Spaß. Und Spagettiessen muss Spaß machen ;)
mein gott tina es haut mich ja fast aus den schuhen wenn ich deine einträge lese und die werden immer besser, super!!!
AntwortenLöschensei glücklich mit dem was du hast und dankbar für kleinigkeiten dann wirst sehr reich in deinem herzen und deiner seele sein!
hab die lieb und drück dich ganz fest
deine mama